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Stadtansicht Bad Köstritz - C. Menzel

 

Stadtansicht Bad Köstritz damals Das Ölgemälde von C. Menzel (über den Maler ist nichts Näheres bekannt) zeigt die Köstritzer Dorfstraße um 1880: Zu dieser Zeit war der Goldbach noch geöffnet und fließt in der Mitte der späteren Heinrich- und heutigen Heinrich-Schütz-Straße. Auf der rechten Seite ist das „untere Rittergut“ mit der Umfassungsmauer des Hofes, der alten Einfahrt für die Fuhrwerke und dem Kuhstall zu sehen. Das „untere Rittergut“ wurde im Zuge des Straßen-Neubaus 1952/53 abgerissen. Heute steht auf diesem Areal das Schütz-Denkmal von Berndt Wilde (1985) sowie eine Ladenpassage und Wohnblöcke.

 

Auf der linken Seite erkennt man die „obere Schenke“, seit 1687 „Schenke zum Goldenen Kranich". 1508 wurde erstmals die „Oberschenke“ in den Rechnungsbüchern des Köstritzer Kirchenarchivs erwähnt. 1545 wurde Albrecht Schütz, der Großvater von Heinrich, als erster „Oberwirth“ genannt. 1550 kaufte Albrecht die Schenke und braute hier Bier, wie aus den Steuerunterlagen der Köstritzer Kirche zu entnehmen ist. Bereits 1572 übernahm Christoph Schütz, Sohn von Albrecht und Vater von Heinrich, den Gasthof. Ab 1582 braute man mit eigener Braupfanne Bier. Stadtansicht Bad Köstritz heute Hier erblickte am 8. Oktober 1585 Heinrich Schütz (gest. 1672) das Licht der Welt, der erste bedeutende Komponist von internationaler Bedeutung.

 

In der Mitte des langgezogenen Gebäudes ist ein Bogen und darüber im Dachbereich ein kleiner Giebel zu entdecken. Bis hierher hat man 1952/53 das Haus für die heutige Bundesstraße 7 (ehemals F 7) abgetragen. Der Durchgang ist der heutige Arkadengang an der Seite des Hauses.

 

Die beiden sich an die „Oberschenke“ anschließenden Häuser sowie das Palais entsprechen dem heutigen Aussehen. Der Gasthof „Zum Goldnen Loewen“ erhielt sein jetziges Erscheinungsbild erst 1906/07 als man das Gebäude aufstockte und die Jugendstil-Fassade schuf.

 

Das Gemälde lässt die Schwierigkeiten der Straßenführung erahnen: Die alte Straße, die von Gera über Köstritz nach Eisenberg oder Zeitz führte, kam aus dem Hintergrund des Bildes und machte am heutigen Heinrich-Schütz-Haus eine sehr scharfe Kurve, die die großen Fuhrwerke auch wegen der Enge der Straße nur schwer bewältigen konnten. Als im 2. Weltkrieg die alte Elsterbrücke zerstört wurde, beschloss man, einen neuen Straßenverlauf zu realisieren. Diesem neuen Straßenverlauf fiel der größte Teil des „Goldenen Kranichs“ zum Opfer.

Kneipzimmer im Hotel Goldener Kranich

Das Gemälde von C. Menzel hing im „Kneipzimmer“ Hotel „Goldener Kranich“, Köstritz. Aus dem Abrissgebäude brachte es Günther Gauch zunächst in die Brauerei, wo es im Aufenthaltsraum der Fahrer hing. Später bewahrte Familie Gauch das Bild auf, bevor sie es dem Heinrich-Schütz-Haus übergab. Das Öl-Gemälde konnte 1987 dank einer Spende des Chemiewerkes Bad Köstritz restauriert werden und war danach im Foyer des Museums zu sehen, bevor es nach den Renovierungsarbeiten (2000) seinen Platz im Konzertsaal gefunden hat.