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Wochenende der Barockmusik

 

Seminar „Musikalische Mäzene“

 

Dozentin: Prof. Dr. Silke Leopold, Heidelberg

Samstag, 28. Mai - Sonntag, 29. Mai 2022

Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz

 

Zeitplanung
Samstag, 28. November 2022

Seminar
9.30 - 17.00 Uhr

 

Sonntag, 29. November 2022

Seminar
9.30 - 14.00 Uhr

Konzert 15:30 Uhr
„Geburtstagskonzert für Landgraf Moritz von Hessen“
Johann Rosenmüller Ensemble
Leitung: Arno Paduch
Kirche St. Leonhard Bad Köstritz


 

"Musikalische Mäzene"

Musikgeschichte lässt sich nicht nur als eine Geschichte von Werken und ihren Schöpfern erzählen, sondern auch als eine Geschichte der Auftraggeber, die dafür bezahlten: Kirchenfürsten, weltliche Fürsten, wohlhabende Adlige oder Bürger, Industrielle und sogar Institutionen wie Konzertvereinigungen oder Rundfunkanstalten. Um ein musikalisches Werk besser zu verstehen, ist es oft hilfreich zu wissen, in welchen gesellschaftlichen oder politischen Kontexten es entstand und aufgeführt wurde. Nirgends wird das deutlicher als bei Heinrich Schütz, der seine Italienischen Madrigale Landgraf Moritz von Hessen widmete und seine Musikalischen Exequien für Heinrich Postumus Reuß komponierte.

In diesem Seminar sollen Mäzene und ihre musikalischen Vorlieben im Zentrum stehen und die musikalischen Werke unter dem Aspekt diskutiert werden, welche Aufgabe sie für den Auftraggeber zu erfüllen hatten. Der Gang durch die Geschichte des musikalischen Mäzenatentums wird bei Margarethe von Österreich (1480-1530) und Königin Elizabeth I. von England (1533 – 1603) beginnen, mit Landgraf Moritz von Hessen-Kassel (1572 – 1632) und König Christian IV. von Dänemark und Norwegen (1577 –1648), danach mit Bürgerlichen wie Gottfried van Swieten (1733 – 1803) fortgesetzt werden und schließlich den Schweizer Paul Sacher (1906 – 1999) und den Westdeutschen Rundfunk als Mäzene insbesondere der Alten und der Neuen Musik betrachten.

 

Silke LeopoldSilke Leopold, 1948 in Hamburg geboren, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Romanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Rom, wo sie nach der Promotion drei Jahre als Forschungsstipendiatin des Deutschen Historischen Instituts arbeitete. Als Assistentin von Carl Dahlhaus lehrte sie an der TU Berlin, außerdem von 1985 - 1986 an der Harvard University und 1988 an der Universität Regensburg. 1987 habilitierte sie sich an der TU Berlin. Von 1991 - 1996 war sie Ordinaria für Musikwissenschaft an der Universität/Gesamthochschule Paderborn und der Musikhochschule Detmold, von 1996 – 2014 war sie Ordinaria und Direktorin des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg.

Ihre Veröffentlichungen umfassen ein breites Spektrum der Musikgeschichte vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, mit einem Forschungsschwerpunkt im Bereich der italienischen Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Ihre Monteverdi-Monographie (1982) erschien 1991 auch in englischer Sprache. Ihre zweibändige Habilitationsschrift unter dem Titel Al modo d'Orfeo. Dichtung und Musik im italienischen Sologesang des frühen 17. Jahrhunderts wurde 1995 veröffentlicht. Weitere Buchveröffentlichungen sind das gemeinsam mit Robert Maschka verfasste Who's who in der Oper (1997) sowie der Symposiumsbericht Claudio Monteverdi und die Folgen (1998). 1999 erschien im Metzler-Verlag der von ihr konzipierte und gemeinsam mit Ullrich Scheideler herausgegebene Oratorien-Führer. In der Reihe „Handbuch der musikalischen Gattungen“ erschien 2004 ihr Band „Die Oper im 17. Jahrhundert“.

 

Silke Leopold, Dent-Medal-Preisträgerin 1986, war von 2001 - 2007 Prorektorin der Universität Heidelberg. Sie ist Corresponding Member der American Musicological Society, Mitglied im Beirat des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Mitglied in der Akademie für Mozartforschung der Stiftung Mozarteum Salzburg, Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie Sprecherin der Kommission Musikwissenschaftliche Editionen der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften.
Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende der Schütz-Akademie e.V., dem Förderverein des Heinrich-Schütz-Hauses.