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Wochenende der Barockmusik

 

Seminar „Musik zum Lachen“

 

Dozentin: Prof. Dr. Silke Leopold, Heidelberg

Samstag, 9. November - Sonntag, 10. November 2019

Heinrich-Schütz-Haus Bad Köstritz

 

Zeitplanung
Samstag, 9. November 2019

Seminar
9.30 - 17.00 Uhr

 

Sonntag, 10. November 2019

Seminar
9.30 - 14.00 Uhr

Konzert 15:30 Uhr
„Musik zum Lachen“
ensemble amarcord
Wolfram Lattke |Robert Pohlers – Tenor
Frank Ozimek – Bariton
Daniel Knauft|Holger Krause – Bass
Kirche St. Leonhard Bad Köstritz


 

"Musik zum Lachen"

Wer ist nur auf die Idee gekommen, klassische Musik als E-Musik, also als „ernste“ Musik zu bezeichnen? Abgesehen davon, dass ein Großteil der als E-Musik eingestuften Werke eigentlich Unterhaltungsmusik sind, haben Komponisten und Interpreten zu allen Zeiten auch Wert auf musikalische Komik gelegt.

Ob Scherzo, Opera buffa oder Humoreske: Bisweilen tragen solche Kompositionen die Aufforderung zum Frohsinn sogar im Titel. Parodie, Groteske, Übertreibung – das sind nur einige der Strategien, mit denen man Zuhörer zum Lachen bringen konnte. Solche musikalischen Slapsticks setzten aber eine genauere Kenntnis dessen voraus, was da verzerrt, karikiert oder überzeichnet wurde. Joseph Haydns Abschiedssinfonie etwa konnte ihre komische Wirkung nur entfalten, weil jeder wusste, dass eine Sinfonie normalerweise mit großem Tamtam endete und sich nicht irgendwo im Nichts verlor.

Auch Texte (z.B. ausländisches Kauderwelsch) und Kontexte (z.B. ein Wiegenlied, das von einem irren General gesungen wurde) spielten eine wichtige Rolle bei der Hervorbringung musikalischer Komik. In einem kleinen Längsschnitt durch die Musikgeschichte des 16. – 20. Jahrhunderts sollen einige Fallbeispiele, darunter Kompositionen von Orlando di Lasso, Marc-Antoine Charpentier, Leopold und Wolfgang Mozart, Robert Schumann, Erwin Schulhoff u.a. besprochen und untersucht werden, mit welchen musikalischen Mitteln sie die Lachmuskeln ihrer Zuhörer kitzelten.

 

Silke LeopoldSilke Leopold, 1948 in Hamburg geboren, studierte Musikwissenschaft, Theaterwissenschaft, Romanistik und Literaturwissenschaft in Hamburg und Rom, wo sie nach der Promotion drei Jahre als Forschungsstipendiatin des Deutschen Historischen Instituts arbeitete. Als Assistentin von Carl Dahlhaus lehrte sie an der TU Berlin, außerdem von 1985 - 1986 an der Harvard University und 1988 an der Universität Regensburg. 1987 habilitierte sie sich an der TU Berlin. Von 1991 - 1996 war sie Ordinaria für Musikwissenschaft an der Universität/Gesamthochschule Paderborn und der Musikhochschule Detmold, von 1996 – 2014 war sie Ordinaria und Direktorin des Musikwissenschaftlichen Seminars der Universität Heidelberg.

Ihre Veröffentlichungen umfassen ein breites Spektrum der Musikgeschichte vom 15. bis ins 20. Jahrhundert, mit einem Forschungsschwerpunkt im Bereich der italienischen Musik des 16. bis 18. Jahrhunderts. Ihre Monteverdi-Monographie (1982) erschien 1991 auch in englischer Sprache. Ihre zweibändige Habilitationsschrift unter dem Titel Al modo d'Orfeo. Dichtung und Musik im italienischen Sologesang des frühen 17. Jahrhunderts wurde 1995 veröffentlicht. Weitere Buchveröffentlichungen sind das gemeinsam mit Robert Maschka verfasste Who's who in der Oper (1997) sowie der Symposiumsbericht Claudio Monteverdi und die Folgen (1998). 1999 erschien im Metzler-Verlag der von ihr konzipierte und gemeinsam mit Ullrich Scheideler herausgegebene Oratorien-Führer. In der Reihe „Handbuch der musikalischen Gattungen“ erschien 2004 ihr Band „Die Oper im 17. Jahrhundert“.

 

Silke Leopold, Dent-Medal-Preisträgerin 1986, war von 2001 - 2007 Prorektorin der Universität Heidelberg. Sie ist Corresponding Member der American Musicological Society, Mitglied im Beirat des Deutschen Historischen Instituts in Rom, Mitglied in der Akademie für Mozartforschung der Stiftung Mozarteum Salzburg, Ordentliches Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften sowie Sprecherin der Kommission Musikwissenschaftliche Editionen der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften.
Sie ist Gründungsmitglied und Vorsitzende der Schütz-Akademie e.V., dem Förderverein des Heinrich-Schütz-Hauses.