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Auferstehungshistorie
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Originaltext

Historia der fröhlichen und siegreichen Auferstehung
unsers einigen Erlösers und Seligmachers
Jesu Christi
(Auferstehungshistoria)


Chorus
Die Auferstehung unsers Herren Jesu Christi, wie uns die von den vier Evangelisten beschrieben wird.

Evangelist
Da der Sabbath vergangen war, Maria Magdalena, und die andre Maria, welche genennet wird Jacobi und Salome, und Johanna, und andre mit ihnen, die mit Jesu kommen waren aus Galiläa, kauften und bereiteten die Spezerei, daß sie kämen und salbeten Jesum, denn den Sabbath über waren sie still nach dem Gesetze. Am Abend aber der Sabbathen, welcher anbricht am Morgen des ersten Tages der Sabbathen sehr früh, da es noch finster war, kommen sie zum Grabe, da die Sonne aufging, und trugen die Spezereien, die sie bereitet hatten. Und siehe, es geschah ein groß Erdbeben, denn der Engel des Herren stieg vom Himmel herab, trat hinzu und wälzet den Stein von des Grabes Tür, und setzte sich drauf, und sein Gestalt war wie der Blitz und sein Kleid weiß als der Schnee. Die Hüter aber erschraken vor Furcht und wurden, als wären sie tot. Die Weiber aber sprachen unter einander:

Die drei Weiber oder Marien
Wer wälzet uns den Stein von des Grabes Tür?

Evangelist
Denn er war sehr groß. Und sie sahen dahin und wurden gewahr, daß der Stein abgewälzet war vom Grabe, und sie gingen hinein in das Grab und funden den Leib des Herren Jesu nicht. Da läuft Maria Magdalena hinweg, solchs nachzusagen, und da die Weiber darum bekümmert waren, daß der Leib Jesu nicht da war, siehe, da traten zu ihnen zweene Männer mit glänzenden Kleidern, und sie erschraken und schlugen ihr Angesicht nieder zu der Erden. Da sprachen sie zu ihnen:

Die zweene Männer im Grabe
Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hie, er ist auferstanden! Gedenket daran, was er euch saget, da er noch in Galiläa war und sprach: des Menschen Sohn muß überantwortet werden in die Hände der Sünder, und gekreuziget werden, und am dritten Tag auferstehen!

Evangelist
Und sie gedachten an seine Wort und gingen vom Grabe und verkündigten das darnach den Elfen und den andern allen, und sagten solches den Aposteln, und es däuchten sie ihre Wort eben als wärens Märlein, und glaubten ihnen nicht. Da aber Maria Magdalena also läuft wie gesagt, kommt sie zu Simon Petro und zu dem andren Jünger, welchen Jesus lieb hatte, und spricht zu ihnen:

Maria Magdalena
Sie haben den Herren weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingeleget haben.

Evangelist
Da ging Petrus und der ander Jünger hinaus und kamen zu dem Grabe; es liefen aber die zweene Jünger zugleich, und der ander Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, gucket hinein und siehet die Leinen geleget, er ging aber nicht hinein. Da kommt Simon Petrus ihm nach und ging hinein in das Grab und siehet die Leinen gelegt, und das Schweißtuch, das Jesu um das Haupt gebunden ward, war nicht bei den Leinen gelegt, sondern beiseit eingewickelt an ein besondern Ort. Da ging auch der Jünger hinein, der am ersten zum Grabe kam, und sahe und glaubte es. Denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müßte. Da gingen die Jünger wieder zusammen, und Petrus verwundert sich, wie es zuging. Maria aber stand vor dem Grabe und weinet draußen. Als sie nun weinet, gucket sie in das Grab und siehet zweene Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu Füßen, da sie den Leichnam Jesu hingeleget hatten, und dieselben sprachen zu ihr:

Zweene Engel
Weib, Weib, was weinest du?

Evangelist
Sie spricht zu ihnen:

Maria Magdalena
Sie haben meinen Herren weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingeleget haben.

Evangelist
Und als sie das saget, wandte sie sich zurücke und siehet Jesum stehen und weiß nicht, daß es Jesus ist. Spricht Jesus zu ihr:

Jesus
Weib, was weinest du, wen suchst du?

Evangelist
Sie meinet, es sei der Gärtner und spricht zu ihm:

Maria Magdalena
Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo hast du ihn hingelegt, so will ich ihn holen.

Evangelist
Spricht Jesus zu ihr:

Jesus
Maria!

Evangelist
Da wandte sie sich um und spricht zu ihm:

Maria Magdalena
Rabbuni!

Evangelist
Das heißt: Meister! Spricht Jesus zu ihr:

Jesus
Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Gehet aber hin zu meinen Brüdern und saget ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott!

Evangelist
Dies ist die Maria Magdalena, von welcher Jesus austrieb sieben Teufel, welcher er am ersten erschien, da er auferstanden war, früh am ersten Tage der Sabbathen. Und sie ging hin und verkündigets denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leide trugen und weineten, daß sie den Herren gesehen hatte, und solchs hätt` er zu ihr gesagt. Und dieselbigen, da sie höreten, daß er lebt und wäre ihr erschienen, glaubten sie nicht. Die Weiber aber gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein lang weiß Kleid an, und sie entsetzten sich. Es war der Engel des Herren, er aber sprach zu ihnen:

Der Jüngling am Grabe
Entsetzt euch nicht! Ich weiß, daß ihr suchet Jesum von Nazareth, den gekreuzigten. Er ist nicht hie, er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommet her und sehet die Stätte, da der Herr gelegen ist, und gehet schnell hin und sagets seinen Jüngern und Petro, daß er auferstanden sei von den Toten, und siehe, er wird für euch hingehn in Galiläa, da werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat. Siehe, ich hab es euch gesagt!

Evangelist
Und sie gingen schnell zum Grabe hinaus, mit Furcht und großer Freude, und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten; denn es war sie Zittern und Entsetzen ankommen, und sagten niemand nichts, denn sie furchten sich. Und da sie gingen, seinen Jüngern zu verkündigen, siehe da begegnet ihnen Jesus und sprach:

Jesus
Seid gegrüßet!

Evangelist
Und sie traten zu ihm und griffen an seine Füße und fielen vor ihm nieder. Da sprach Jesus zu ihnen:

Jesus
Fürchtet euch nicht, gehet hin und verkündiget es meinen Brüdern, daß sie hingehn in Galiläam, daselbst werden sie mich sehen!

Evangelist
Da sie aber hin gingen, siehe, da kamen etliche von den Hütern in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Und sie kamen zusammen mit den Ältesten und hielten einen Rat und gaben den Kriegsknechten Geldes genug und sprachen:

Die Hohenpriester
Saget, seine Jünger kamen des Nachts und stahlen ihn, dieweil wir schliefen, und wo es wird auskommen beim Landpfleger, wollen wir ihn stillen, und schaffen, daß ihr sicher seid.

Evangelist
Und sie nahmen das Geld und taten, wie sie gelehret waren. Und solche Rede ist ruchbar worden bei den Juden bis auf den heutigen Tag. Und siehe, Zweene aus ihnen gingen an demselbigen Tage in einen Flecken, der war von Jerusalem sechzig Feldweges weit; des Nam heißt Emmaus. Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten, und es geschah, da sie so redeten und befragten sich miteinander, nahet Jesus zu ihnen und wandelte mit ihnen. Aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten, denn in einer andern Gestalt erschien er ihnen. Er sprach aber zu ihnen:

Jesus
Was sind das für Reden, die ihr zwischen euch handelt unterwegen und seid traurig?

Evangelist
Da antwortet einer mit Namen Cleophas und sprach zu ihm:

Cleophas
Bist du allein unter den Fremdlingen zu Jerusalem, der nicht wisse, was in diesen Tagen darinnen geschehen ist?

Evangelist
Und er sprach zu ihm:

Jesus
Welches?

Evangelist
Sie aber sprachen zu ihm:

Cleophas und sein Geselle
Das von Jesu von Nazareth, wie er war ein Prophet, mächtig von Taten und Worten; wie ihn unsre Hohenpriester und Obristen überantwortet haben zum Verdammnis des Todes und gekreuziget. Wir aber hofften, er sollt Israel erlösen, und über alles ist heut der dritte Tag, daß solches geschehn ist. Auch haben uns erschreckt etliche Weiber der unsern; die sind früh bei dem Grabe gewesen, haben seinen Leib nicht funden, kommen und sagen, sie haben ein Gesichte der Engel gesehen, welche sagen, er lebe! Und etliche unter uns gingen hin zum Grabe und fundens also, wie die Weiber sagten; aber ihn funden sie nicht.

Evangelist
Und er sprach zu ihnen:

Jesus
O, ihr Toren, und träges Herzen, zu glauben alle dem, das die Propheten geredet haben! Mußte nicht Christus solches leiden und zu seiner Herrlichkeit eingehen?

Evangelist
Und fing an von Mose und allen Propheten und legt ihnen die Schrift aus, die von ihm gesaget waren. Und sie kamen nahe zum Flecken, da sie hingingen, und er stellet sich, als wollt er fürder gehen, aber sie nötigten ihn und sprachen:

Cleophas und sein Geselle
Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.

Evangelist
Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben, und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot, dankt, brachs und gabs ihnen. Da wurden ihre Augen geöffnet und erkenneten ihn. Und er verschwand vor ihnen und sie sprachen untereinander:

Cleophas und sein Geselle
Brannte nicht unser Herz in uns, da er mit uns redet auf dem Wege, als er uns die Schrift öffnet!

Evangelist
Und sie stunden zu derselbigen Stunde auf und kehreten wieder gen Jerusalem, und funden die Elfe versammelt und die bei ihnen waren, welche sprachen:

Die Elfe zu Jerusalem versammelt
Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simoni erschienen!

Evangelist
Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war, und wie er von ihnen erkannt wäre an dem, da er das Brot brach, und denen glaubten sie auch nicht. Es war aber am Abend desselbigen Sabbaths, und die Tür war verschlossen, da die Jünger versammelt waren, aus Furcht vor den Juden. Da sie aber davon redeten kam Jesus selbst, da sie zu Tische saßen, und trat mitten ein und spricht zu ihnen:

Jesus
Friede sei mit euch!

Evangelist
Und schalt ihren Unglauben und ihres Herzens Härtigkeit, daß sie nicht geglaubet hatten denen, die ihn gesehen hatten auferstanden. Sie aber erschraken und furchten sich, meineten, sie sähen einen Geist, und er sprach zu ihnen:

Jesus
Was seid ihr also erschrocken, und warum kommen solche Gedanken auf in euren Herzen? Sehet, meine Hände und meine Füße! Ich bin es selbst, fühlet mich und sehet; denn ein Geist hat nicht Fleisch und Beine, wie ihr sehet, daß ich habe.

Evangelist
Und als er das saget, zeiget er ihnen Händ und Füße und seine Seite: Da wurden die Jünger froh, daß sie den Herren sahen. Da sie aber noch nicht glaubten vor Freuden und sich verwunderten, sprach er zu ihnen:

Jesus
Habt ihr hie zu essen?

Evangelist
Und sie legten ihm vor ein Stück vom gebraten Fisch und Honigseims, und er nahms und aß vor ihnen. Er sprach aber zu ihnen:

Jesus
Dies sind die Reden, die ich zu euch saget, da ich noch bei euch war; denn es muß alles erfüllet werden, was von mir geschrieben ist in dem Gsetz Mosi, in den Propheten und in den Psalmen!

Evangelist
Da eröffnet er ihnen das Verständnis, daß sie die Schrift verstunden, und sprach zu ihnen:

Jesus
Also ist es geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehn von den Toten am dritten Tage, und predigen lassen in seinem Namen Buß und Vergebung der Sünden unter allen Völkern, und anheben zu Jerusalem. Ihr aber seid des alles Zeugen!

Evangelist
Und abermal sprach er zu ihnen:

Jesus
Friede sei mit euch! Gleich wie mich mein Vater gesandt hat, also sende ich euch.

Evangelist
Und als er das saget, blies er sie an und spricht zu ihnen:

Jesus
Nehmet hin den heilgen Geist! Welchen ihr die Sünden erlasset, den sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, den sind sie behalten!

Beschluss, Chorus
Gott sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch Jesum Christum, unsern Herren! Victoria!

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